Nachdem die Jahreshauptversammlung im März den Verein vor eine Zerreißprobe gestellt hatte, herrscht nun wieder Aufbruchsstimmung beim TSV 1893 Wendelstein. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung wurde ein junges, dynamisches Team mit überwältigender Mehrheit an die Vereinsspitze gewählt.
Die Erleichterung und die Vorfreude waren im vollbesetzten Saal spürbar: Nachdem sich im März die gesamte bisherige Vorstandschaft nicht mehr zur Wahl gestellt hatte und zunächst keine Nachfolger gefunden werden konnten, drohte dem Traditionsverein eine Führungskrise. Doch nach intensiven Bemühungen im Hintergrund präsentierte sich nun ein neues Team, das den TSV mit frischen Ideen in die Zukunft führen möchte. Wie groß das Interesse der Basis an dieser Neuausrichtung ist, zeigte sich schon vor dem ersten Tagesordnungspunkt. Über 100 Mitglieder waren zur außerordentlichen Versammlung erschienen – ein starkes und sehr erfreuliches Signal für den Zusammenhalt im Verein.
In ihrer vielbeachteten Antrittsrede skizzierte Christina Buchard, die Kandidatin für das Amt der ersten Vorsitzenden, die Vision des neuen Teams. Sie fand dabei die Balance zwischen Respekt vor der Tradition und dem mutigen Willen zur Veränderung. Das klassische „Das haben wir schon immer so gemacht“ soll größtenteils der Vergangenheit angehören. Nicht weil das Vergangene nicht geschätzt wird, viel mehr ist das neue Team davon überzeugt, dass bewährte Wege in Zeiten von veränderten Vorschriften und dem Wunsch nach mehr Transparenz neu gedacht werden müssen. Man forderte deshalb den Mut ein, neue Wege zu gehen, aber auch die Größe zu besitzen, bei Fehlversuchen wieder umzukehren.
Während die Abteilungsleiter weiterhin den sportlichen Alltag am Laufen halten, sieht das neue Vorstandsboard seine Aufgabe darin, strategische Visionen zu entwickeln, das Ruder im Hintergrund fest in der Hand zu halten und den TSV durch Digitalisierung und Automatisierung langfristig zukunftsfähig aufzustellen.
Dabei möchte das Team die Bedürfnisse aller Generationen im Blick behalten. Während Jugendliche und junge Erwachsene vor allem flexible Sportangebote und moderne Kommunikationswege suchen, benötigen junge Familien Angebote, die sich flexibel mit Job und dem typischen Trubel rund um Turniere, Feste und Kuchenbasare vereinbaren lassen. Gleichzeitig sollen auch die Stimmen, Erfahrungen und Werte der älteren Generation aktiv gehört und wertgeschätzt werden. Buchard rief die Mitglieder dazu auf, Probleme nicht nur zu benennen, sondern künftig auf Augenhöhe gemeinsam nach Lösungen zu suchen, um den Weg für alle Beteiligten ein Stück leichter zu machen.
Das neue Führungsteam setzt sich aus einer gesunden Mischung aus Kontinuität und frischem Wind zusammen. An der Seite von Christina Buchard bringt Daniel Knapp als zweiter Vorstand wertvolle Erfahrung mit. Er ist durch seine Familie tief im Verein verwurzelt und sichert nach dreijähriger Vorerfahrung im Vorstand den reibungslosen Übergang an der Spitze. Das Finanzressort übernimmt Stephan Stolle als erster Kassier. Er betonte in seiner Rede mit einer Prise Humor, dass das Team zwar mit klaren Vorstellungen und durchaus einer Portion Naivität, aber keineswegs blauäugig an die neuen Aufgaben herangehe. Unterstützt wird er dabei tatkräftig von Lukas Borne, der als zweiter Kassier das Team komplettiert.
Dass das Konzept und die sympathische, ehrliche Art des Quartetts die Mitglieder restlos überzeugt haben, spiegelte sich im anschließenden Wahlgang wider. Alle vier Kandidaten wurden mit überwältigenden Mehrheiten in ihre Ämter gewählt und nahmen die Wahl unter großem Applaus an.

v.l.n.r Daniel Knapp, Christina Buchard, Lukas Borne, Stephan Stolle
Aus der Mitte der Versammlung fand sich erfreulicherweise eine neue Protokollführerin. Damit ging eine Ära zu Ende, denn der bisherige Amtsinhaber durfte den Staffelstab nach über 30 Jahren in neue Hände übergeben. An dieser Stelle ebenfalls ein Dank für die geleistete Arbeit.
Ein besonders schöner und emotionaler Moment folgte direkt nach der erfolgreichen Wahl, als das neue Führungsteam das Vergangene gebührend würdigte. Als erste offizielle Geste bedankte sich die frisch gewählte Vorstandschaft bei den scheidenden Vorstandsmitgliedern. Mit einem herzlichen Applaus und jeweils einem Blumenstrauß bedankten sie sich bei der alten Riege für deren unermüdlichen Einsatz, die geleistete Arbeit und das große Engagement in den vergangenen Jahren. Dieser symbolische Stabwechsel zeigte eindrucksvoll, dass beim TSV Wendelstein der Blick nach vorne gerichtet wird, ohne die Verdienste der Vergangenheit zu vergessen.
Mit dieser außerordentlichen Hauptversammlung hat der TSV 1893 Wendelstein e.V. das Kapitel der Ungewissheit erfolgreich geschlossen und blickt nun mit einer hochmotivierten Führung voller Zuversicht in die Zukunft.